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Zentralarchiv der Ev. Kirche der Pfalz:
Zukunft braucht Vergangenheit - Wir zeigen Ihnen den Weg!

Zeit

Alles Sein steht in der Zeit. In allem weilt sie, alles verwebt sie, um alles breitet sich ihr Mantel. Von Anbeginn an folgt Materie dem zeitlichen Wechselschritt von Bewegung und Ruhe, Dauer und Veränderung. Doch erst als die vielfältigen Rhythmen zu einem ausgewogenen und daher stabilen zyklischen Ganzen zusammenfinden, schlägt die Stunde des Lebens.

Auch der Mensch sucht seinen Platz im System der Zeit. Aufmerksam beobachtet er natürliche Abläufe und erkennt zyklische Muster, in deren erhabenem Gleichmaß er das Walten göttlicher Mächte verehrt. Natur wie Geschichte fügen sich göttlicher Zeitsouveränität.

Lange sieht sich der prinzipiell frei handelnde Mensch der Schöpfung verpflichtet. Erst als Zivilisation und gesellschaftliches Leben eine Dichte erreichen, in der das planende Denken an erste Stelle rückt, verengt sich seine Wahrnehmung von Wirklichkeit. Stück für Stück löst sich der Mensch aus der Bindung an den Wurzelgrund der göttlichen und natürlichen Zeit. Im selbstbewussten Vertrauen auf die eigenen Kräfte verwandelt sich der einstige Diener der Heilszeit in einen Herrn der Zeit, dessen Pläne den Lauf der Dinge bestimmen. Von nun an blickt der Mensch in den bodenlosen Abgrund einer Zeit, deren Leere ihn zu äußerster Tätigkeit antreibt. Getragen und verstrickt in sein eigenes enges Netz aus Tun und Sollen, erweist sich der Herr als Knecht seiner Zeit. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Eine Literaturliste finden Sie unter Archivbibliothek.